Die Städte entdecken wieder ihre Ufer


Nach Jahrzehnten der Missachtung städtischer Wasseranlagen, der Verschmutzung von Flüssen und Kanälen, ihrer Degradierung zu Transportwegen zweiter Klasse, sind die Wasserfronten wieder zu einem Thema der Stadtentwicklung geworden.

Ursachen hierfür sind nicht nur der grundlegende Wandel der Funktionen der Wasserwege, der Rückzug der Industrie aus den innerstädtischen Lagen, veränderte Logistikkonzepte und die wachsende Wertschätzung des Wohn- und Freizeitwertes des Wassers, sondern auch die Erkenntnis der Städte, im Wettbewerb um Einwohner und Steuerzahler das Feld nicht kampflos den Umlandgemeinden überlassen zu dürfen.

Städtische Wasseranlagen sind die einzigartige, faszinierende Verbindung von Stadt und Landschaft, wie es sie in den zersiedelten Wohnteppichen des Umlandes nicht gibt. In der Geschichte der Städte ist das Wasser nicht nur die Quelle des Aufstiegs und des Reichtums, der Stadtwerdung und der politischen Macht, sondern auch der Stadtgestaltung. Die Menschen haben sich immer gern am Wasser niedergelassen, um dessen Standortvorteile für die Arbeit zu nutzen.

Sie haben aber auch immer gern am Wasser gewohnt, wo sich die ideale Kombination von Wohnen und Arbeiten am Wasser ergibt. Diese Kombination ist im Duisburger Stadtgebiet – an der Ruhrmündung in den Rhein – an Siedlungsspuren aus zwei Jahrtausenden deutlich abzulesen.

Der derzeitige Strukturwandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Kommunikationsgesellschaft stellt eine große strukturpolitische Herausforderung dar. Alte Industriebranchen in innerstädtischen Häfen bieten hervorragendes Entwicklungspotential, um die notwendigen multifunktionalen Dienstleistungsflächen zu schaffen. Die Elemente Wohnen und Arbeiten können hier um die Elemente Kultur und Freizeit in idealer Weise ergänzt werden. Es gibt nur wenige Städte in Europa, die wie Duisburg die Chance haben, alte Hafenareale zu neuem, urbanem Leben erwecken zu können.

Die positiven Erfahrungen aus der Umwandlung eines ehemaligen Getreidespeichers in ein Bürohaus mit Gastronomie im Hafen von Münster haben uns dazu bewogen, in die Umnutzung der alten Werhahn-Mühle zu investieren. Denn das Interesse an zeitgerecht restaurierten Gewerbeflächen in traditionsreicher Industriearchitektur wächst ständig – zumal die Städte, wie auch in Duisburg, besonders bestrebt sind, das Umfeld attraktiv zu gestalten.

Darüber hinaus fasziniert die durchweg fachkompetenten Investoren die Beschäftigung mit erhaltenswerter Bausubstanz, was wiederum eine engagierte und professionelle Projektentwicklung garantiert. Mit viel Liebe zum Detail.